Hormone

Hormone in den Wechseljahren – sachlich erklärt

Fachlich erstellt von Dr. Karin Braun de Praun · zuletzt aktualisiert: 07.07.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Wechseljahre sind ein natürlicher Lebensabschnitt, keine Krankheit.
  • Sie verlaufen in Phasen – von der Perimenopause bis zur Postmenopause.
  • Eine Analyse schafft eine sachliche Grundlage statt Vermutungen.
  • Ob eine Therapie sinnvoll ist, wird individuell und ärztlich entschieden.

Was in den Wechseljahren passiert

In den Wechseljahren verändert sich der Hormonhaushalt natürlicherweise. Der Körper produziert schrittweise weniger Östrogen und Progesteron, was sich vielfältig bemerkbar machen kann: Schlaf, Stimmung, Energie, Haut, Zyklus oder Stoffwechsel. Manche Frauen bemerken kaum etwas, andere spüren die Veränderungen deutlich – beides ist normal. Wichtig ist die Haltung dahinter: Es ist ein Lebensabschnitt, den die meisten Frauen durchlaufen, keine Krankheit, die behandelt werden muss. Das bedeutet nicht, Beschwerden kleinzureden. Wenn Symptome den Alltag belasten, verdienen sie, ernst genommen und sachlich geklärt zu werden. Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt die Menopause als natürlichen Teil des Älterwerdens, dessen Beschwerden sich aber sinnvoll begleiten lassen. Für viele Frauen ist es entlastend zu hören, dass ihre Beobachtungen einen erklärbaren Hintergrund haben und dass es kein Zeichen von Schwäche ist, Unterstützung zu suchen. Genau diesen Weg gehen wir mit Ihnen: informieren, einordnen und gemeinsam entscheiden, ob und welche Unterstützung sinnvoll ist – in unserer Ordination in Graz.

Die Phasen: Perimenopause bis Postmenopause

Die Wechseljahre sind kein einzelner Moment, sondern ein Prozess über mehrere Jahre. In der Perimenopause, den Jahren vor der letzten Regelblutung, schwankt der Hormonspiegel oft stark – Beschwerden können hier besonders wechselhaft sein. Als Menopause bezeichnet man rückblickend die letzte Regelblutung; sie gilt erst als bestätigt, wenn ein Jahr ohne Blutung vergangen ist. Die Zeit danach heißt Postmenopause. Zu wissen, in welcher Phase Sie sich befinden, hilft, Beschwerden einzuordnen und Erwartungen realistisch zu halten. Manche Symptome sind eher vorübergehend, andere begleiten länger. Diese Unterscheidung ist keine akademische Feinheit, sondern praktisch: Sie beeinflusst, welche Analyse und welche Überlegungen im Einzelfall sinnvoll sind. Wenn Sie verstehen, wo im Verlauf Sie ungefähr stehen, fällt es oft leichter, Beschwerden einzuordnen und gelassener mit den Schwankungen umzugehen, die vor allem die frühe Phase begleiten können. Wir ordnen das gemeinsam mit Ihnen ein, ohne Sie mit Fachbegriffen allein zu lassen.

Warum eine Analyse hilft

Statt auf Vermutungen zu setzen, schafft eine gezielte Hormonanalyse eine sachliche Grundlage. Sie zeigt nicht immer eine eindeutige Zahl, gibt aber Anhaltspunkte, wo Sie gerade stehen und was Ihre Beschwerden erklären könnte. Welche Werte sinnvoll sind, entscheidet die Ärztin individuell – abhängig von Beschwerden, Lebensphase und Vorgeschichte. Oft werden Schilddrüse und Stoffwechsel mitbetrachtet, weil sie eng zusammenwirken und ähnliche Symptome verursachen können. Wichtig ist Ehrlichkeit über die Aussagekraft: Ein einzelner Wert, an einem einzelnen Tag gemessen, ist nur ein Ausschnitt. Erst im Zusammenhang mit Ihren Beschwerden wird er aussagekräftig. Deshalb besprechen wir die Ergebnisse gemeinsam und leiten daraus keine vorschnellen Schlüsse ab. Gerade in der Perimenopause können die Werte von Tag zu Tag schwanken, weshalb wir sie behutsam interpretieren und lieber einmal mehr nachfragen, als vorschnelle Empfehlungen auszusprechen. Ziel ist, dass Sie verstehen, was die Analyse zeigt und was daraus folgen kann – in Ruhe und ohne Druck.

Individuelle, ärztlich begleitete Therapie

Ob eine Hormontherapie infrage kommt, ist eine sorgfältige ärztliche Entscheidung mit Abwägung von Nutzen und Risiko. Falls sie sinnvoll erscheint, erfolgt sie individuell dosiert auf Basis des Befunds und wird regelmäßig kontrolliert und angepasst. Pauschale Hormongaben nach festem Schema sind ausdrücklich nicht unser Weg. Die medizinischen Fachgesellschaften betonen, dass Nutzen und Risiko einer solchen Therapie individuell zu betrachten sind – abhängig von Alter, Beschwerdebild, Vorgeschichte und dem Zeitpunkt des Beginns. Für manche Frauen kann eine Therapie belastende Beschwerden spürbar erleichtern, für andere überwiegen andere Überlegungen. Diese Abwägung treffen wir gemeinsam, offen und ohne Drängen. Wir sprechen mögliche Vorbehalte an und beantworten Ihre Fragen, damit Sie informiert entscheiden können. Eine Therapie ist zudem kein starrer Endpunkt: Sie wird begleitet, überprüft und bei Bedarf verändert – so, wie es Ihre Situation erfordert. Uns ist wichtig, dass Sie sich weder zu einer Therapie gedrängt noch von einer möglichen Unterstützung abgehalten fühlen; die Richtung geben Ihre Beschwerden und Ihre Präferenzen vor.

Was der Alltag beitragen kann

Nicht alles in dieser Phase ist eine Frage von Hormonen. Schlaf, Bewegung, Ernährung und der Umgang mit Stress beeinflussen das Wohlbefinden spürbar und liegen zu einem großen Teil in Ihren eigenen Händen. Regelmäßige Bewegung, eine abwechslungsreiche Ernährung und bewusste Erholung können manche Beschwerden abmildern – begleitend zu einer möglichen medizinischen Behandlung oder auch für sich. Solche Grundlagen wirken selten über Nacht, dafür oft dauerhaft. Wir sehen darin keinen Ersatz für ärztliche Begleitung, wohl aber einen wichtigen Baustein, der sich gut mit den anderen verbindet. Was davon für Sie realistisch und umsetzbar ist, besprechen wir gemeinsam – ohne Programme, die über Ihren Alltag hinweggehen. Kleine, machbare Schritte, die zu Ihrem Leben passen, tragen erfahrungsgemäß weiter als ehrgeizige Vorsätze, die nach kurzer Zeit wieder einschlafen.

Der erste Schritt in Graz

Am Anfang steht ein ärztliches Gespräch über Ihre Beschwerden, Ihre Vorgeschichte und Ihre Ziele. Daraus ergibt sich, welche Analyse sinnvoll ist und wie es weitergeht – oder ob zunächst andere Schritte naheliegen. Als Wahlärztin nimmt sich Dr. Karin Braun de Praun bewusst Zeit dafür, damit Sie Entscheidungen in Ruhe und gut informiert treffen können. Es gibt keinen Grund zur Eile: Was zu Ihnen passt, entwickeln wir gemeinsam, Schritt für Schritt und immer nachvollziehbar erklärt. Wenn Sie möchten, beginnen wir mit einem unverbindlichen Rückruf und klären, ob und wie wir Sie in dieser Lebensphase begleiten können – individuell, ärztlich begleitet und in Ihrem Tempo, in unserer Ordination in Graz. Der erste Rückruf ist kostenlos und unverbindlich und verpflichtet zu nichts weiter, als einander kennenzulernen.

In der Ordination Graz

Diese Leistung bieten wir in unserer Ordination in Graz an: Hormonberatung in Graz.

Quellen

  • S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Therapie (DGGG/AWMF), awmf.org
  • The Menopause Society (ehem. NAMS), menopause.org
  • Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (ÖGGG), oeggg.at
  • World Health Organization – Menopause, who.int

Häufige Fragen

Sind die Wechseljahre eine Krankheit?

Nein, es ist ein natürlicher Lebensabschnitt, den die meisten Frauen durchlaufen. Beschwerden verdienen dennoch, sachlich abgeklärt und ernst genommen zu werden, wenn sie den Alltag belasten.

Wann beginnen die Wechseljahre meist?

Das ist individuell verschieden. Häufig beginnen die ersten Veränderungen in den Vierzigern, oft in der sogenannten Perimenopause. Wann und wie stark, lässt sich pauschal nicht sagen und wird individuell eingeordnet.

Muss ich Hormone nehmen?

Nein. Eine Analyse führt nicht automatisch zu einer Therapie. Oft lassen sich über den Lebensstil Grundlagen verbessern; eine Therapie erfolgt nur, wenn sie sinnvoll erscheint und von Ihnen gewünscht ist.

Was wird bei einer Analyse gemessen?

Je nach Situation verschiedene Hormonwerte, oft ergänzt um Schilddrüsen- und Stoffwechselwerte. Die Auswahl trifft die Ärztin individuell nach Ihren Beschwerden.

Ist eine Hormontherapie riskant?

Jede Therapie hat mögliche Vorteile und Risiken, die individuell abgewogen werden – abhängig von Alter, Vorgeschichte und Beschwerdebild. Wir arbeiten dosiert, ärztlich begleitet und regelmäßig kontrolliert.

Wie lange dauern die Wechseljahre?

Auch das ist individuell sehr unterschiedlich und kann sich über mehrere Jahre erstrecken. Manche Beschwerden sind eher vorübergehend, andere begleiten länger; wir ordnen das für Ihre Situation ein.

Wie beginne ich?

Mit einem kostenlosen, unverbindlichen Rückruf und einem ärztlichen Erstgespräch, in dem wir Ihre Beschwerden und mögliche nächste Schritte besprechen.

Fragen zu Ihrem Weg? Lernen wir uns kennen.